Es ist schon komisch mit dieser Weihnachtszeit. Überall hört man, sie sei besinnlich, diese Zeit, oder: Sie sollte es wenigstens sein. Ich kenne allerdings niemanden, bei dem das so ist – mich eingeschlossen. Da sind Kekse zu backen, Weihnachtsschmuck zu basteln und Geschenke zu besorgen. Und wie jedes Jahr löste sich auch 2007 der Vorsatz, die Geschenkfrage frühzeitig zu erledigen, im Kleinkram des Alltags auf. Es war ja noch Zeit, nicht wahr?
Ja. Zeit, bis ich erschreckt feststellte: Es ist ja schon der 5. Dezember! Und natürlich gehen noch ein paar Tage ins Land, bis auch die richtige Geschenkidee für jeden meiner Lieben gefunden ist. Dann kommt das Schlimmste: Ich musste mich ins Weihnachtsgetümmel stürzen. Um wie jedes Jahr festzustellen, dass sich das Fest der Liebe scheinbar außerhalb der einschlägigen Einkaufszentren abspielt. Überall genervte Gesichter – bestenfalls -, Gedrängel und Geschubse. Diese Atmosphäre scheint mir eine Art Eigendynamik zu haben, denn auch bei mir ziehen sich die Mundwinkel nach kurzer Zeit unwillkürlich nach unten.
Doch in diesem Jahr passierte etwas Ungewöhnliches: Eine junge Frau, mit allerlei Tüten vollgepackt, ein Kinderwagen vor sich herschiebend und ein Mädchen im besten Trotzalter an der Hand, ging lächelnd durch den Laden, beugte sich zu ihrer Tochter, sprach kurz beruhigend auf sie ein und lächelte demonstrativ jeden an, der ihren Weg kreuzte. Und ich konnte gar nicht anders: Ich lächelte zurück und fühlte mich sogleich mindestens 20 Jahre jünger. Was so ein Lächeln nicht alles bewirken kann … Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen.
