Archiv für April 2008

Die kleinen Widrigkeiten des Lebens

Freitag, 11. April 2008

Sie können einem das Leben schon schwer machen, diese Lebensmittelverpackungen, die angeblich so leicht zu öffnen sind. Nämlich immer dann, wenn sie sich jeglichen Öffnungsversuchen verweigern. Konservervendosen etwa, die ihren Griff zum Öffnen gleich mitbringen – und deren Deckel sich dann einfach nicht entfernen lässt. Oder Saftverpackungen mit Drehverschluss, der so fest sitzt, dass es einen Schwarzenegger bräuchte, um sie von der Stelle zu bewegen.

Für dieses Problem habe ich mir aber einen Trick einfallen lassen: Man nehme einen Nussknacker, positioniere ihn um den Verschluss herum und nutze die Hebelwirkung aus – schon lässt sich die Getränkeverpackung ganz leicht öffnen und, vor allem, auch wieder verschließen. Es wäre doch toll, wenn sich alle Probleme so leicht lösen ließen, nicht wahr?

Revolution in Trippelschritten

Dienstag, 08. April 2008

Die Faz hat sich mit dem Elterngeld befasst. Was, so die Fragestellung, hat das Elterngeld gebracht für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Wie hat sich die Vaterschaft im Zuge der Reform verändert? Das Fazit ist ernüchternd: Wirklich einschneidende Veränderungen sind nicht zu beobachten. Noch immer bleiben gut verdienende Väter sehr selten zu Hause, noch immer bekommen Akademikerfrauen weniger Kinder.

Schuld hieran sind die Arbeitsbedingungen, die Männer zum Teil enorm unter Stress setzen, so der Artikel. Da schwingt natürlich auch das alte Argument mit: Wer sich als Mann in den Erziehungsurlaub verabschiedet, kann sich häufig auf ausgedehntes Mobbing einstellen.

Der andere Übeltäter: Es fehlen Betreuungsplätze. Überall. Ein Beispiel aus meiner Stadt: Bis 2013 sollen bis zu 13 Prozent der Betreuungsplätze ausgebaut sein. Entschuldigen Sie, werter Leser, wenn ich da nicht applaudieren kann – schon deswegen, weil ich nicht ganz daran glaube, dass auch nur diese mickrige Zahl erfüllt wird. Denn schon jetzt wird gestritten: Darüber, was man denn anbieten soll und darüber, wer das alles bezahlen soll, um nur zwei Beispiele zu nennen. Doch die Kommunalpolitiker aus meiner Stadt befinden sich in guter Gesellschaft, schließlich wird ja auch auf Bundesebene über die gleichen Themen diskutiert. Die Leidtragenden sind die Eltern, denen die Absichtserklärung, Betreuungsplätze anzubieten, schlicht nicht weiterhilft. Bleibt zu hoffen, dass hier bald Fortschritte zu sehen sind.

Wenn Väter ihre Söhne nicht sehen möchten

Freitag, 04. April 2008

Ein konfliktreiches Problem: Sollen Elternteile gezwungen werden können, ihre Kinder zu besuchen? Auf der einen Seite steht das Persönlichkeitsrechts des Elternteils, auf der anderen Seite das Recht des Kindes, seine Eltern zu sehen. Das Bundesverfassungsgericht hatte jüngst in einem solch schwierigen Fall zu entscheiden. Ergebnis: Das Elternteil – in dem Fall der Vater – kann nicht dazu gezwungen werden, sein Kind zu besuchen.

Ich kann mir vorstellen, das es für Richter nicht einfach war, in diesem Fall zu entscheiden – ich persönlich würde mich mit einem solchen Fall schwer tun. Es ist ja doch sehr bestürzend, zu erfahren, dass es Menschen gibt, die bis vors Bundesverfassungsgericht ziehen, nur, damit sie ihre Nachkommenschaft nicht sehen müssen, auch wenn diese einem Seitensprung entstammt. Aber wenn die Abneigung bei einem Elternteil derart groß ist, ist es meiner Meinung nach wirklich besser, dem Kind eine wiederholte Begegnung mit dem Vater zu ersparen.

Wie sich ein kleiner Knirps in einer solchen Situation fühlt, kann man indes nur vermuten. Bleibt zu hoffen, dass der Junge diese erschütternde Erfahrung gut übersteht.