Ich gebe es offen zu: So manches Mal kann ich mich kaum zurückhalten, wenn meine Nichte mir wieder ihr Erziehungsleid klagt: Der kleine Luka mag nämlich nicht durchschlafen. Und es wird immer schlimmer: Früher wurde er höchstens zwei Mal wach, jetzt kann meine Nichte das Schlafen ab 1 Uhr nachts eigentlich einstellen, denn alle ein bis zwei Stunden meldet sich der Kleine, verlangt Schnuller, Fläschchen und möchte außerdem noch ein wenig herumgetragen werden, bevor er wieder einschläft.
Wie oft habe ich ihr schon gesagt, dass sie Luka viel zu sehr verwöhnt und dass sie ihn einfach mal schreien lassen soll – das hat meine Mutter mit mir so gehalten und meine Schwester so mit meiner Nichte, und geschadet hat es ja wohl nicht. Nichte Tina findet es allerdings ein Unding, das arme Wesen schreien zu lassen, ohne dass Mama gleich kommt und tröstet. Heute, so belehrte mich Tina, lässt man kleine Kinder nicht einfach schreien. Aber wie man dann sein Kind vom Durchschlafen überzeugen soll, konnte sie mir leider auch nicht sagen.
Muss man wirklich jedes Mal springen, wenn das Kind schreit – immerhin ist Luka schon fast anderthalb – oder soll es ruhig mal schreien und lernen, dass Schreien kein Wunscherfüller ist? Was meinen Sie?
Foto: pixelio.de
Organisationen, die sich für Kinder stark machen – von so etwas höre ich immer wieder gerne. Die Truppe von 