Archiv für März 2009

Ohne Mampf keinen Kampf?

Mittwoch, 25. März 2009

Dass ich dem Schnuller eher skeptisch gegenüber stehe, hatte ich hier bereits näher ausgeführt – auch wenn mein Kleiner in der Tat ein „Schnullerkind“ ist, wird die Schnullerzeit soweit möglich und immer mehr reduziert, weil ich die Vorstellung, der Kleine könnte mit drei Jahren noch auf dem Schnuller herumnuckeln, ganz furchtbar finde.

Doch jetzt, wo sich die Sonne immer öfter zeigt und sich die Kinderwagenzahl an sonnigen Nachmittagen in der Fußgängerzone meiner Kleinstadt vervielfacht, wird klar, dass es noch einen guten Grund gegen übermäßigen Schnullerkonsum gibt: Wohin man sieht, haben die Kleinen was Essbares oder den Trinklernbecher in der Hand. Ob Reiswaffel, Zwieback oder Butterkeks, ob Fruchtsaft, Tee oder Wasser, allenthalben wird gemampft und getrunken.

Dass das nicht gesund sein kann, dürfte jedem einleuchten, der sich vorstellt, selbst ununterbrochen zu essen oder zu trinken. Doch diese Unart macht nicht bei Kleinkindern Halt. Da sieht man bei Familienfeiern sechs Jahre alte Mädchen mit Chipstüten herumlaufen und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Früher ging’s doch auch anders – ich habe bis zum Teenie-Alter keine Chipstüte in die Hand bekommen. „Eine Handvoll darfst du naschen – nach dem Essen, das reicht dann für heute“, hieß es damals. Überhaupt habe ich kaum zwischen den Mahlzeiten gegessen – und das auch gar nicht vermisst, schließlich hatte ich für so etwas auf dem Spielplatz gar keine Zeit.

Klar überfiel mich abends mitunter der Heißhunger, kurz bevor das Abendbrot auf dem Tisch stand. Trotzdem war nicht mal ein Apfel drin. „Gleich gibt’s Essen, du verdirbst dir nur den Appetit“ – wer kennt solche Sätze nicht? Doch es scheint, als wären diese Grundsätze vergessen und Kinder bei einem Nachmittagsspaziergang dem Verhungern und Verdursten nah, wenn nicht Butterkeks und Fruchtsaft Abhilfe schaffen können. Schade.

 

Foto: pixelio.de/Andreas Morlok