Archiv für April 2009

Großeltern auf Zeit

Donnerstag, 16. April 2009

Die regelmäßigen Ferien auf dem Bauernhof meiner Großeltern gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Doch in Zeiten beruflicher Flexibilität wird es mehr und mehr zur Ausnahme, dass sich Großeltern um ihre Enkel kümmern können, sei es, weil sie selbst noch arbeiten, sei es, weil sie zu weit entfernt wohnen.

Das Problem wurde in Städten erkannt: Von Frankfurt bis Hamburg, von Nürnberg bis Hannover gibt es das System der „Leihgroßeltern“. Ältere Menschen bieten sich ehrenamtlich als „Oma“ oder „Opa“ an, unternehmen etwas mit dem Nachwuchs, sind vielleicht auch beim Kindergeburtstag mit von der Partie. Es geht dabei bewusst nicht um Betreuung oder Babysitter-Ersatz, sondern um aktive Freizeit. Meist treffen sich Leihoma oder -opa einmal in der Woche mit den Kindern zum Spielen, Vorlesen oder auch zur Hausaufgabenhilfe.

Gerade für alleinerziehende Mütter von Söhnen kann ein Leihopa eine große Hilfe sein, denn das Kind kann sich so mit einem männlichen Vorbild identifizieren. Erfahrungen des Familien-Service-Büros Uelzen haben allerdings gezeigt, dass sich wesentlich mehr Frauen als Männer für diese ehrenamtliche Tätigkeit zur Verfügung stellen.

Leihoma oder -opa kann jeder werden, der gerne Zeit mit Kindern verbringen möchte. Über Vermittlungsstellen wie Jugendämter oder Diakonie kommen potenzielle Leihgroßeltern mit ihren Leihenkeln zusammen. Die Vermittlungsstelle prüft vorher, wer gut zusammenpassen könnte und arrangiert dann ein erstes Treffen. Sind die Beteiligten sich „grün“, können sie ganz individuell weitere Treffen vereinbaren.

Vermittlungsadressen gibt es auch unter www.leihomas-leihopas.de.