Archiv für Mai 2009

Wie viel Spielzeug braucht das Kind?

Dienstag, 26. Mai 2009

“Wegen Überfüllung geschlossen!” So oder so ähnlich könnte es an der Tür zum Kinderzimmer meines 4-jährigen Sohnes heißen. Was sich in den vergangenen Jahren an Bespielbarem alles angesammelt hat, ist wirklich unglaublich. Aber ehrlich gesagt auch schön! Trotzdem beschleicht mich das ein oder andere Mal ein schlechtes Gewissen, das sich mit Fragen herumquält wie: “Ist das Kind denn nicht maßlos verwöhnt?”, “Weiß er das Ganze überhaupt zu schätzen?” Oder: “Will ich vielleicht irgendetwas mit dem ganzen Spielkram kompensieren?” Und dann kommen auch noch die absolut überflüssigen Kommentare der ein oder anderen Tante dazu wie: “Mein Gott, hat das Kind eine Menge Spielzeug!” Komisch nur, dass besagte Tanten bei jedem Besuch ihren Teil dazu beitragen, dass das Sortiment unserer Wasserspritzpistolen, um ein Weiteres ergänzt wird.

Mal ganz ehrlich, was kann ich denn dazu, dass wir eine so große Familie haben, die man alle Nase lang trifft? Und noch viel weniger kann ich dazu, dass jeder immer eine “Kleinigkeit” für die Kinder dabei hat. Außerdem werde ich einen Teufel tun, den Leuten zu verbieten meinem Kind etwas zu schenken. Wer freut sich denn nicht über Geschenke?! Außerdem sind mein Mann und ich so richtig verwöhnte Einzelkinder. Wäre es nicht ungerecht, die eigenen Kinder nicht auch zu verwöhnen? Sicherlich, nun stellt sich die Frage: “Kann man das Kind nicht auch anders, als mit Spielzeug verwöhnen?” Ja, man kann. Und zwar zusätzlich!

Unabhängig davon wird das Zeug in jedem Fall bespielt. Wenn heute nicht gerade von unserem Sohn, dann morgen oder übermorgen vielleicht von unserer Tochter. Aber in jedem Fall und das jederzeit von meinem Mann!

Wie sieht es denn im Kinderzimmer Ihrer lieben Kleinen aus?

Stammzelleneinlagerung – Schöne Zukunft, oder einfach nur Geldschneiderei?

Mittwoch, 13. Mai 2009

Und noch eine vermeintlich tiefgreifende Entscheidung, die es vor der Geburt meiner Tochter im März zu treffen galt: Stammzelleneinlagerung – ja oder nein? Natürlich will ich für mein Kind nur das Beste. Wer hat nicht diesen Anspruch? Wenn es eine realistische und vertrauensvolle Chance für eine Art „Lebensversicherung“ gibt, dann bin ich bereit diese abzuschließen. Natürlich ist eine Stammzelleneinlagerung zuerst einmal eine finanzielle Frage. Unabhängig davon interessiert auch, wie sicher die Einlagerung und eine mögliche Verwendung in der Zukunft für meine Tochter und eventuell ihren älteren Bruder ist?

Mein Frauenarzt war mir bei der Beratung für oder gegen eine Stammzelleneinlagerung nicht gerade eine große Hilfe. Er sprach von einer Zwei-Klassen-Medizin. Und meine  Hebamme bezweifelte mehr oder weniger den Stand des Wissens in der Stammzellenforschung. Da lobe ich mir die Zeit vor der Geburt meines Sohnes vor vier Jahren. Damals war ich mit dem Thema Stammzelleneinlagerung gar nicht konfrontiert. Vielleicht weil die Forschung nicht weit genug war, oder weil die Werbebotschaften nicht bis zu mir durchgedrungen waren.

Aber zu Beginn steckt eben jede Innovation, egal in welchem Bereich, in den Kinderschuhen. Und wenn es niemanden geben würde, der fest an den Erfolg glaubt,  würden wir heute noch in Höhlen leben oder mit Kutschen reisen. Auch wenn jetzt die Forschung noch nicht so weit sein sollte, kann in fünf oder zehn Jahren doch alles anders aussehen!

Wirklich auf den letzten Drücker, haben wir uns doch für eine Einlagerung entschieden – und zwar für den privaten Gebrauch wie auch als öffentliche Spende. Auch das Thema Finanzierung konnten wir positiv abhaken. Unser „Projekt Stammzelleneinlagerung“ fand hilfreiche finanzielle Unterstützer in den Großeltern, Paten und Tanten.

Trotz allen Vorkehrungen, die medizinische Zukunft meiner Tochter absichern zu wollen, hat das Schicksal dann aber seinen eigenen Lauf genommen: Aus der Nabelschnur floss nach der Geburt zu wenig Blut. Deshalb konnten nicht ausreichend Zellen gewonnen werden, die für eine Einlagerung sinnvoll wären.

Heute hat es das Schicksal so gewollt. Morgen würde ich wieder einer Stammzelleneinlagerung zustimmen. Denn wenn es eine Möglichkeit gibt meinem Kind eine Art Lebensversicherung zu geben, dann ergreife ich sie gerne. Vielleicht kann sie ja auch einem anderen Menschen zu Gute kommen.