Archiv für Juni 2009

Oh du schöne Urlaubszeit!

Mittwoch, 24. Juni 2009

Gehören Sie zur Spezies Mensch der Schnellentschlossenen? Ehrlich gesagt, unsere Familie reiht sich in keinster Weise in diese Menschengattung ein. Mein Mann und ich werden eher in die Kategorie “Auf den letzten Drücker” verbucht.

Wenn man zu zweit ist, dann ist das vielleicht ja irgendwie akzeptabel. Aber mit Kindern kann das – vor allem bei der Urlaubsplanung – in einem echten Chaos enden. Ich spreche aus jüngster Erfahrung. Unsere Urlaubszeit rückt immer näher. Es sind gerade noch 12 Tage bis die lange ersehnten zweiwöchigen Ferien beginnen und gebucht ist gar nichts. Ich habe viel Zeit damit verwendet diverse Portale im Internet nach wunderschönen Urlaubsregionen zu durchforsten. Zeitschriften wurden gewälzt und diverse Urlaubsempfehlungen von Freunden haben wir uns einverleibt. Strand oder Berge? Zehn Tage oder zwei Wochen? Wer weiß es genau? Im Moment ist alles noch offen. Es sind mittlerweile nur noch neun Tage bis zum Ferienbeginn. Wenigstens wissen wir eines genau: “Wir wollen weg. Ab in die Sonne und dem verregneten Sommer hier entfliehen.”

Unsere diskutierten Reiseziele bewegen sich von Sardinien über Südtirol, Niederlande, Istrien, Amrum, Frankreich, Gardasee bis hin zum italienischen Lignano. Irgendwann ergreift unser vierjähriger Sohn entschieden das Wort: “Auf jeden Fall will ich ans Meer!” Gott sei Dank hat mal jemand eine Entscheidung getroffen! Wir sind froh darüber. Also dann ans Meer.

Jetzt sind es noch sechs Tage bis zum Ferienstart. Fahren wir mit dem Auto oder setzen wir uns ins Flugzeug? Letztendlich haben wir uns fürs Auto entschieden. Noch fünf Tage bis es losgehen soll.

Ich weiß nicht wie, aber irgendwann ging dann alles ganz schnell. Vielleicht ja auch, weil wir langsam keine Zeit mehr zum Buchen gehabt hätten. Wir haben uns entschieden. Ein familienfreundliches Ressort im italienischen Lignano. Glück gehabt, dass es auf den letzten Drücker noch freie Plätze gab … .

Wie sieht Ihre Urlaubsplanung aus? Alles auf den letzten Drücker, oder lange im voraus geplant?

pixelio.de Thomas Weiss

pixelio.de Thomas Weiss

Vom Terminstress eines Babys

Dienstag, 09. Juni 2009

Kaum sind sie geboren, haben sie auch schon einen vollen Terminkalender. Montags Krabbelgruppe und am Nachmittag dann Babygymnastik, dienstags PEKiP, am Mittwoch die beliebte Babymassage. Für den Donnerstag haben die Eltern dann die musikalische Früherziehung vorgesehen und zum wohligen Ausklang der stressigen Woche folgt am Freitag noch ein Stündchen Babyschwimmen im chlorigen Hallenbad – damit die ach so zarte Babyhaut mal eine ordentliche Abreibung bekommt.

Kann das gut sein? Oder vielmehr: Muss das sein? Will man ein so kleines Wesen mit vermeintlich wichtigen Terminen stressen und auf ein Leben vorbereiten, das den ein oder anderen wichtigen Termin sicherlich nicht bräuchte?

Oder sind es vielleicht die Mamas und Papas selbst, die diese Termine für sich belegen? Sind die Eltern vielleicht noch in einer Welt vor der Geburt des Kindes gefangen und nehmen den eigenen – manchmal vielleicht ja auch selbstgemachten – Terminstress mit ins Elternsein? Viele treibt sicherlich auch der Kontakt zu anderen Eltern an. Das ist ja vollkommen okay. Aber ein oder zwei Kurse müssten zur Kontaktaufnahme doch vollkommen ausreichen? Manchmal, so scheint es, herrscht schon eine Art Gruppenzwang der Eltern, der sie all diese unheimlich wichtigen Kurse buchen lässt. Und es beschleicht den ein oder anderen der Verdacht, dass man seinem Kind etwas vorenthalten möchte, es nicht fördern und fordern wolle, wenn man hier nicht mithält.

Vor Kurzem wurde ich von einer Bekannten gefragt, welche Kurse ich denn mit meiner zwölf Wochen alten Tochter besuchen würde. Meine Antwort: “Keinen einzigen.” Auf diese Antwort erntete ich baffes Erstaunen und irgendwie Unverständnis. Nein, ich tue mir und meinem Kind den Stress nicht an. Lieber lasse ich meine Tochter schlafen, wenn sie es möchte und zwinge ihr keinen Terminrhythmus auf. Das Terminieren kommt noch früh genug. Spätestens, wenn sie in den Kindergarten kommt.

Hat Ihr Baby ebenfalls einen übervollen Terminkalender, oder gönnen Sie Ihrem Kind auch mal eine Verschnaufpause?