
creativ collection
Babys sind niedlich, sind einfach zum Knutschen und Knuddeln. Knutschen und knuddeln, aber bitte gerne. Allerdings gilt für meine Kinder und im speziellen Fall für meine viermonatige Tochter: nur im engsten Familienkreis.
Vielleicht bin ich ein wenig empfindlich in Bezug auf das “öffentliche Kuscheln” mit meinem Baby. Aber, dass Hinz und Kunz für sich beanspruchen, ihre – wenigstens – sauberen Finger ins Gesicht meiner kleinen Tochter strecken zu müssen, erhält von mir eine klare Absage.
Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Ich wünsche mir eine kinderfreundliche Gesellschaft und ich glaube, wir sind auf dem besten Weg dorthin. Ich finde es toll, dass es viele Menschen gibt, die, kaum taucht man mit einem Baby oder Kleinkind auf, sofort nachfragen, was es denn sei. Und einfach eine nette Kommunikation mit dem Kind beginnen. Das ist wirklich schön. Aber da gibt es noch eine Spezies Mensch, die alles mit den Fingern erkunden und erproben muss. Im schlimmsten Fall hat dann ein wildfremder Mensch seine Finger im Gesicht meiner Tochter und streichelt zart aber bestimmt über ihre Wange. Oder hält ihr Händchen verbunden mit dem Satz “Ja bist du aber schon groß”. Und nach dem kleinen Plausch, wandert das Händchen meiner Tochter dann geradewegs in ihren kleinen Babymund. Mit allem, was der liebe Kommunikationspartner an Händen trug. Abhärtung schön und gut, aber doch nicht so.
Gerade in Zeiten von “Neuer Grippe”, ständigen Rotavirenangriffen und einem ewig währenden Magen-Darm-Virus-Wechselspiel. Wir haben das bereits hinter uns. Ein drei Wochen alter Säugling mit einem Magen-Darm-Virus ist kein Zuckerschlecken. Vielleicht bin ich deshalb diesbezüglich ein wenig sensibler. Dass ich mit meiner Einstellung bei manchen Menschen auf wenig Verständnis stoße, zeigt mir die Antwort einer Verwandten. Nach einem handgreiflichen “Tutzitutzi-Angriff” während eines Festes, bat ich den “Angreifer” ganz freundlich darum, die Finger aus dem Gesicht meiner Tochter zu lassen. Der “Tutzitutzi-Angreifer” verstand und akzeptierte meine Bitte ohne Umschweife. Die Verwandte allerdings meinte, dass ich, wenn ich mit meiner kleinen Tochter schon solche Feste besuchen würde, diese Attacken akzeptieren müsse, oder einfach zu Hause bleiben. Da blieb mir erst mal die Luft weg.
Wie stehen Sie zur Knuddelfreiheit der Öffentlichkeit mit Ihrem Baby? Oder bleiben Sie lieber im stillen Kämmerlein, um damit nicht konfrontiert zu werden?

