Archiv für Juli 2009

Anfassen erlaubt?

Dienstag, 28. Juli 2009
creativ collection

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Babys sind niedlich, sind einfach zum Knutschen und Knuddeln. Knutschen und knuddeln, aber bitte gerne. Allerdings gilt für meine Kinder und im speziellen Fall für meine viermonatige Tochter: nur im engsten Familienkreis.

Vielleicht bin ich ein wenig empfindlich in Bezug auf das “öffentliche Kuscheln” mit meinem Baby. Aber, dass Hinz und Kunz für sich beanspruchen, ihre – wenigstens – sauberen Finger ins Gesicht meiner kleinen Tochter strecken zu müssen, erhält von mir eine klare Absage.

Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Ich wünsche mir eine kinderfreundliche Gesellschaft und ich glaube, wir sind auf dem besten Weg dorthin. Ich finde es toll, dass es viele Menschen gibt, die, kaum taucht man mit einem Baby oder Kleinkind auf, sofort nachfragen, was es denn sei. Und einfach eine nette Kommunikation mit dem Kind beginnen. Das ist wirklich schön. Aber da gibt es noch eine Spezies Mensch, die alles mit den Fingern erkunden und erproben muss. Im schlimmsten Fall hat dann ein wildfremder Mensch seine Finger im Gesicht meiner Tochter und streichelt zart aber bestimmt über ihre Wange. Oder hält ihr Händchen verbunden mit dem Satz “Ja bist du aber schon groß”. Und nach dem kleinen Plausch, wandert das Händchen meiner Tochter dann geradewegs in ihren kleinen Babymund. Mit allem, was der liebe Kommunikationspartner an Händen trug. Abhärtung schön und gut, aber doch nicht so.

Gerade in Zeiten von “Neuer Grippe”, ständigen Rotavirenangriffen und einem ewig währenden Magen-Darm-Virus-Wechselspiel. Wir haben das bereits hinter uns. Ein drei Wochen alter Säugling mit einem Magen-Darm-Virus ist kein Zuckerschlecken. Vielleicht bin ich deshalb diesbezüglich ein wenig sensibler. Dass ich mit meiner Einstellung bei manchen Menschen auf wenig Verständnis stoße, zeigt mir die Antwort einer Verwandten. Nach einem handgreiflichen “Tutzitutzi-Angriff” während eines Festes, bat ich den “Angreifer” ganz freundlich darum, die Finger aus dem Gesicht meiner Tochter zu lassen. Der “Tutzitutzi-Angreifer” verstand und akzeptierte meine Bitte ohne Umschweife. Die Verwandte allerdings meinte, dass ich, wenn ich mit meiner kleinen Tochter schon solche Feste besuchen würde, diese Attacken akzeptieren müsse, oder einfach zu Hause bleiben. Da blieb mir erst mal die Luft weg.

Wie stehen Sie zur Knuddelfreiheit der Öffentlichkeit mit Ihrem Baby? Oder bleiben Sie lieber im stillen Kämmerlein, um damit nicht konfrontiert zu werden?

Bella Italia – mille grazie!

Sonntag, 19. Juli 2009
creativ collection

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Als mein Mann und ich noch so ganz alleine, in trauter Zweisamkeit durch die Welt marschierten, konnte es sich keiner von uns richtig vorstellen, an der überfüllten italienischen Adriaküste zu verweilen. Vielleicht auch noch in den Urlaubshochburgen Rimini, Jesolo oder Bibione, um sich dort die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Aber mit Kindern hat sich zum Glück unser eingeschränkter Horizont ein wenig erweitert, und was noch viel besser ist: Wir wurden eines Besseren belehrt. Die italienische Adriaküste hat wirklich was für sich – vor allem mit Kindern.

Wir waren in Lignano. Nicht im Zentrum, dafür in einer wunderbaren Anlage, knapp zwei Kilometer vom Strand entfernt. Mit superschönem Pool, hervorragendem Essen und einem zum Relaxen bestens geeigneten Spa-Bereich für die Erwachsenen.

“Familienfreundlich” hieß es im Internet. Bisher habe ich dieses geflügelte Wort mit vielen, wie wild gewordenen und grölenden Kindern jeder Altersklasse verbunden. Und ehrlich gesagt bevorzuge ich eher einen entspannten und ruhigen Urlaub – und das auch mit Kindern. Deshalb hatte ich bei der Anreise ein ungutes Gefühl. Aber, auch hier hat sich in meinem Weltbild doch so einiges verändert.

Nach zehn Tagen italienischer Adriaküste ist unser Leben bereichert durch viele liebenswerte kleine und große Menschen aus der Schweiz, Österreich, Italien, Belgien sowie Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland. Ein nettes Potpourri also von ganz lieben Menschen. Unser vierjähriger Sohn hat viele neue Freunde gewonnen. Und auch wir Erwachsenen haben uns prächtig verstanden. Es war ein Ort zum Wohlfühlen, Entspannen und Spaß haben zugleich – und das für Groß und Klein.

Und noch etwas ist passiert. Kaum ist man mit Kindern verreist, entwickeln sich diese sprunghaft weiter. Ist es auf die Luftveränderung, das ausgezeichnete mediterrane Essen, die italienische Sonne oder einfach nur auf das eigene ausgelassene Gefühl während des Urlaubs zurückzuführen? Was es auch immer ist. Es war einfach wunderbar. Und es hat bei unserem Sohn dazu geführt, dass er ein echter Italienfan geworden ist und sich an der heimischen Wursttheke für ein geschenktes Stückchen Gelbwurst mit “mille grazie!” bedankt.

Haben Sie auch so positive Urlaubserfahrungen gemacht und nette Menschen kennengelernt? Oder lief bei Ihnen alles anders?