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Supermamas! Überall lächeln sie mir auf Hochglanz-magazinen entgegen. Ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr sehen und auch nicht mehr ernst nehmen. Heidi Klum und Angelina Jolie freuen sich auf ein Kind nach dem anderen. Und egal wie viele Kinder die sogenannten Supermamas haben, sie sehen immer noch entspannt und rosig aus. Zwischen einer Staffel “Germany’s next Topmodel”, einem McDonalds Werbedreh und einer Victoria Secret Fashion Show bekommt Heidi ihr viertes Baby und lächelt froh in einem fort. Wie macht die das nur? Insgeheim frage ich mich, wie viele Klum-Klone es eigentlich gibt?
Unsereins hat mit zwei Kindern schon ganz schön was zu stemmen. Nicht jeder Morgen beginnt rosig, vom Teint ganz zu schweigen. Sicherlich, Klum und Co haben eine hilfsbereite Angestelltenarmada, die sich um Haushalt, Fahrdienste, Einkauf und was sonst noch so alles ansteht kümmert. Aber trotzdem, auch Heidis Tag hat nur 24 Stunden.
Für mich ist die Vereinbarung von Job und Familie ein echter
Balanceakt, der oft auf ziemlich wackeligen Beinen steht. Nun habe ich aber das Glück zu 90 Prozent von zu Hause aus arbeiten zu können. Wie machen das die anderen Mamas, die den ganzen Tag außer Haus müssen, um die Brötchen zu verdienen?
Ich will nicht meckern. Denn ich habe es mir so ausgesucht. Meine Kinder und meine Familie sind mein Leben, aber der Job ist mir auch wichtig. Trotzdem beschleicht mich das ein oder andere Mal ein schlechtes Gewissen. Vor allem dann, wenn ich meinen Sohn wieder einmal in den Ferienkindergarten bringe, weil ich noch ein wichtiges Projekt abschließen muss. Irgendwie kommt immer etwas zu kurz. Entweder die Kinder, das Arbeitsprojekt oder einfach ich. Der Spagat zwischen Job und Familie ist eine sportliche Angelegenheit. Aber eben auch eine Herausforderung, die ich nicht missen möchte.
Wie meistern Sie Job und Familie? Beschleicht Sie auch das ein oder andere Mal ein schlechtes Gewissen, weil Sie nicht genug Zeit für Ihre Kinder haben?
„Progressionsvorbehalt? Was soll das denn sein?“ Verständnislos starrte mich Sandra beim letzten Stillcafé an, nachdem ich sie gefragt hatte, ob sie daran denn gedacht hätten. Die Situation: Sandra hat eine kleine Tochter, ist verheiratet und in der Elternzeit. Ihr Mann hat Steuerklasse drei und ist angestellt.
„Frühkindliche Betreuung“ ist ein Thema, das viele Gemüter erhitzt. Nicht wenige Menschen vertreten nach wie vor die Ansicht: „Mama ist die Beste“ und halten Fremdbetreuung im Kleinkindalter für schädlich, unterstellen dem Staat gar, sich in die Erziehung einzumischen.
Kürzlich las ich in der hiesigen Tageszeitung einen Leserbrief, dessen vorrangige Botschaft lautete: Kinder sind Privatsache. Es ging darum, dass Eltern, die Betreuung für ihre Kleinkinder benötigen, eine ordentliche Portion Glück haben müssen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. Es gibt zu wenig Krippenplätze, aber auch kaum Krabbelgruppen in den Kindergärten für Kinder von 1 bis 2, selbst bei den Kindergärten wird es mitunter schwierig, auch wenn es nur um einen Halbtagsplatz geht.