Dirk Schelpe/pixelio.de
Es hatte schon was für sich – damals. Als drei, manchmal sogar vier Generationen unter einem Dach oder zumindest in einem Dorf oder einer Stadt wohnten. Leihomas oder -opas, Kitas oder Tagesmütter waren gänzlich unbekannt, da eben gar nicht nötig. Unsere Familie könnte ohne die beiden Omas, die trotz Berufstätigkeit immer zwischendrin Zeit für ihre Enkel finden, gar nicht funktionieren.
Obwohl die Omas 20 Kilometer entfernt wohnen, düsen sie mal eben schnell vorbei, wenn ich noch was arbeiten muss und die Kinder unterhalten werden wollen. Die sonst von allen so geliebten sechswöchigen Sommerferien arten bei mir in echte Stresswochen aus. Der Kindergarten hat vier Wochen geschlossen, die meisten Freunde meines Sohnes sind im Urlaub. Mein Mann bekommt in den Sommerferien nicht frei, da er kein schulpflichtiges Kind hat und die Kollegen dadurch Vorrang. Und nun stehe ich da, mit einem Job aus dem Homeoffice, einem Baby und einem Vierjährigen. Wenn da die Omas nicht aktiv werden würden, hätte ich ein richtiges Problem.
Wunderbar, wenn Großeltern von heute noch fit sind, um mit den Enkeln eine kleine Sause zu veranstalten. Da macht man Dinge, auf die die Eltern gar nicht kommen würden. Und das macht so richtig Spaß. Auch so mancher Erziehungsgrundsatz, mit denen mein Mann und ich erzogen wurden, wird einfach über den Haufen geworfen. Bei Oma darf man fast alles, was man zu Hause nie darf. Da gibt es mal Schokolade vor dem Abendessen und kurz nach dem Frühstück ein Eis. Wenn der Enkel an einem Spielwarenladen vorbeiläuft, wird schon mal schnell das gekauft, was das Herz des kleinen Lieblings erfreut – unabhängig von der Sinnhaftigkeit des Spielkrams. Wenn genug gequengelt wird, dann darf man auch mal fernsehen oder mit Oma durchs Internet brausen.
Omas und Opas sind einfach unersetzlich. Die Frage ist nur, ob es sinnvoll ist auch alle drei Generationen unter einem Dach – vielleicht ja in einem Generationenhaus zu vereinen? Schief geht es auf jeden Fall, wenn die Beteiligten ihre Grenzen nicht kennen.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Können Sie sich glücklich schätzen und sich über den Luxus in Form von Oma und Opa vor Ort erfreuen?
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