Archiv für die Kategorie ‘Haushalt’

Die kleinen Widrigkeiten des Lebens

Freitag, 11. April 2008

Sie können einem das Leben schon schwer machen, diese Lebensmittelverpackungen, die angeblich so leicht zu öffnen sind. Nämlich immer dann, wenn sie sich jeglichen Öffnungsversuchen verweigern. Konservervendosen etwa, die ihren Griff zum Öffnen gleich mitbringen – und deren Deckel sich dann einfach nicht entfernen lässt. Oder Saftverpackungen mit Drehverschluss, der so fest sitzt, dass es einen Schwarzenegger bräuchte, um sie von der Stelle zu bewegen.

Für dieses Problem habe ich mir aber einen Trick einfallen lassen: Man nehme einen Nussknacker, positioniere ihn um den Verschluss herum und nutze die Hebelwirkung aus – schon lässt sich die Getränkeverpackung ganz leicht öffnen und, vor allem, auch wieder verschließen. Es wäre doch toll, wenn sich alle Probleme so leicht lösen ließen, nicht wahr?

Das perfekte Frühstücksei

Samstag, 02. Februar 2008

Perfekt ist auf dieser Welt ja eigentlich gar nichts, schon weil jeder Mensch eine andere Vorstellung von „perfekt“ hat. Bei Frühstückseiern kann man allerdings durchaus für jeden Frühstücksgast einen hohen Grad der Perfektion erreichen, auch wenn der eine sein Ei fast roh und der andere sein Ei staubtrocken haben möchte. Und das Internet, diese wunderbare Erfindung hilft dabei: Mit dem Ei-Rechner nämlich – und das auf höchst professionellem Niveau.

Nicht nur die Eigröße, sondern auch der Höhenmeter des in Frage kommenden Herdes wird mit in die Berechnung einbezogen. Der Siedepunkt des Wassers, stimmt, ich erinnere mich schwach an eine lang zurückliegende Unterrichtsstunde. Dann sagt man dem Programm noch, welche Konsistenz das Ei haben soll und schon erscheint im großen Ei am Ende der Seite die exakte Kochdauer. Und ein Klick auf „Eier Uhr“ sorgt dafür, dass man nicht mal mehr ständig auf die Uhr schauen oder eine herkömmliche Eieruhr bemühen muss. Das penetrant-laute Ticken nervt allerdings ziemlich. Aber man kann ja nicht alles haben.

Aufwärmen oder nicht, das ist hier die Frage

Samstag, 05. Januar 2008

Es heißt ja immer, Kinder würden Spinat nicht mögen. Das kann ich allerdings nicht bestätigen: Fragt man Christoph und Lena nach ihrer Lieblingsspeise, kommt Spinat mit Kartoffelbrei und Spiegelei gleich nach den üblichen Verdächtigen Pizza und Pommes. Einzige Bedingung: Es muss der Rahmspinat mit dem Blubb sein. Alles andere ist nämlich eigentlich gar kein richtiger Spinat, so die fachkundige Meinung der beiden Feinschmecker. Und wenn was übrig bleibt, wird der Spinat halt am nächsten Tag wieder aufgewärmt, wie ich meiner Nichte jüngst am Telefon berichtete. Das veranlasste sie allerdings zu einem entsetzten Ausruf: „Waaaaas? Du wärmst Spinat wieder auf? Aber das geht doch nicht. Man darf doch Spinat nicht wieder aufwärmen. Das ist mit Spinat genau so wie mit Pilzen. Das weiß doch jedes Kind.“

„Das sind doch Ammenmärchen von anno dazumal“, gab ich zurück. „Wie soll denn wohl etwas nur dadurch giftig werden, dass es wieder aufgewärmt wird?“ „Aber Tantchen“, widersprach sie, „warum steht denn dann auf den Packungen, dass man Spinat eben nicht wieder aufwärmen soll?“

Das brachte mich dann doch ins Grübeln. Die Rahmspinat-Hersteller müssen’s ja eigentlich wissen. Gut, dass Christoph mich vor ein paar Tagen in die wunderbare Welt der Suchmaschinen eingeführt hat. „Google weiß einfach alles“, erzählte er mir im Brustton der Überzeugung und bekräftigte diese Aussage mit einem energischen Kopfnicken.

Und, verehrte Blogleser, ich muss sagen, mein Großneffe hat Recht. Und was mich doch ein wenig stolz macht: Ich auch. Die landläufige Meinung, dass Spinat nicht wieder aufgewärmt werden darf, ist zwar nicht ganz aus der Luft gegriffen, allerdings stark übertrieben. In Spinat ist nämlich Nitrat enthalten, wie ich hier und dort nachlesen konnte. Wenn nun Spinat länger auf der Platte warmgehalten wird, wird das Nitrat in Nitrit umgewandelt, was speziell für Kindermägen gefährlich werden kann. Wird der Spinat kühl gehalten, wird der Prozess aber stark verlangsamt. Das bedeutet: Nach dem Essen den Spinat gleich in den Kühlschrank stellen, erst kurz vor dem Aufwärmen aus der Kühlung nehmen – und möglichst nur einmal wieder aufwärmen. Bei dem Bärenhunger der Kleinen ist das aber gar kein Problem.

Und was die Pilze betrifft? Schon meine Oma dozierte mit erhobenem Zeigefinger: „Pilze wärmt man nicht wieder auf.“ Ich dachte, die Meinung käme daher, dass die meisten Menschen ohnehin großen Respekt vor giftigen Pilzen haben. Das ist allerdings nicht Grund, wie es scheint. Pilze sind leicht verderblich, bei den begrenzten Kühlmöglichkeiten damals also sehr schnell ungenießbar. Wie gut, dass es heute Kühlschränke gibt: Nach dem Essen kühlen, und aufgewärmte Pilze sorgen auch am nächsten Tag für kein Magengrimmen.

Von der Abenteuerlichkeit, in dieser Familie ein Buch zu verschenken

Mittwoch, 02. Januar 2008

Es gibt so Bücher, die gehören einfach in jeden Haushalt. Collection des verlorenen Wissens ist zum Beispiel so eines. Grundrezepte für Brot, Marmelade, ordentliche Soßen und Braten, Altbekanntes zur Blumenpflege … ach, was rede ich – Altbekanntes! Meine Nichte Tina rühmt sich ständig, einen braunen Daumen zu haben – Schuld sei, so behauptet sie, ihr Zeitmangel. Zugegeben, bei ihrem Gerede wird mir auch immer ganz schwindlig: Aufstehen, Kinder einpacken, zum Kindergarten hetzen, Laura abliefern, zur Schule hetzen, Christopher abliefern, zu mir hetzen, Luka abliefern, zur Arbeit hetzen – und nach der Arbeit alle wieder einsammeln – so pünktlich wie möglich, versteht sich.

Und nachmittags geht’s erst richtig los: Musikunterricht, Sportverein, Theatergruppe und wat weeß ick noch – verzeihen Sie meinen Dialekt – damit die Nachmittage schön ausgefüllt sind und meine Nichte um Himmelswillen das Auto fahren nicht verlernt. Zumindest habe ich den Eindruck – sie sieht das natürlich anders.

Wie dem auch sei. Ich habe ihr das Buch bei meinem letzten Besuch mitgebracht und ihr Augenrollen geflissentlich übersehen. Zum Glück sind die Frauen unserer Familie seit jeher von Natur aus neugierig. Deswegen konnte meine Nichte auch nicht der Versuchung widerstehen, einen Blick in das Buch zu werfen. Prompt rief sie mich an und beschwerte sich erst einmal darüber, dass ja auch das Vaterunser, das Evangelische und Katholische Glaubensbekenntnis und all so „Zeug“, wie sie es ausdrückte, in dem Buch stehen. Sie ist nämlich zwanghaft ungläubig, müssen Sie wissen.

„Stimmt“, sagte ich, „aber auch Abzählreime, Märchen in Kurzform, Goethe, Schiller und Heine. Von den Haushaltstricks, die gerade du gebrauchen kannst, mal nicht zu reden.“ Darauf folgte eine unserer berüchtigten hitzigen Diskussionen, die Nichte Tina ganz schnell mit dem Hinweis beendete, dass sie auf solche Mittelchen und rückwärts gewandte Ideen verzichten kann – genau deshalb fragt sie mich ja auch immer, wenn sie Hilfe braucht, nehme ich mal an. Und bei meinem letzten Besuch lag das Buch ganz bestimmt nur aus dekorativen Gründen auf Nichte Tinas Arbeitsplatte in der Küche.