Archiv für die Kategorie ‘Kinderserien’

Wickie – eine Geschlechterfrage

Donnerstag, 17. Januar 2008

Ach du liebe Zeit! Wissen sie eigentlich, das zankende Kleinwüchsige Berserker-Qualitäten entwickeln können? Nein? Nun, Sie haben Recht. Zankende Kleinwüchsige übertreffen Berserker bei weitem. Sie wollen wissen, was passiert ist? Eine Grundsatzdiskussion erschütterte mein Haus – eine von epischen Ausmaßen. Es ging um eine Zeichentrickfigur. Wickie. Ist Wickie ein Mädchen oder ein Junge? Die Fronten waren – und sind – so unbezwingbar wie eigentlich klar. Lena: „Wickie ist ein Mädchen. Ist doch logisch. Sonst wäre ja Ylvi wohl kaum ihre beste Freundin, oder?“ „So’n Quatsch! Wickie darf mit auf See. Und zwar weil er Sohn des Häuptlings ist. Außerdem hat er Hosen an. Ylvi ja wohl nicht, oder?“

Ich als unwissende Großtante konnte die beiden gerade mal so vor einer nachhaltigen Zerstörung meines Hauses abhalten – Bestechungsmittel: Rahmspinat. Die doch etwas wirren, weil sehr aufgeregten Ausführungen halfen mir insgesamt nicht weiter. Nicht zum ersten Mal erwog ich mehr oder weniger ernsthaft, häufiger fern zu sehen, um der jungen Generation in solchen Fragen wenigstens halbwegs folgen zu können. Also fragte ich ganz mutig, wann diese Zeichentrickserie denn überhaupt im Fernsehen zu sehen sei. Klar, dass die beiden das direkt aus dem Kopf wissen: Samstags, zehn nach zehn im ZDF. Aha. Nun, als treusorgende Großtante schaut man sich das natürlich mal an, vielleicht, so dachte ich naiv, könnte ich ja bei der Streitfrage behilflich sein.

Ich durfte feststellen: Gewitzt, das … Kind. Nein, ich habe keine Ahnung, ob Wickie nun ein Mädchen oder ein Junge ist. Kann mir die geneigte Leserschaft helfen?

Pumuckl vor Gericht

Freitag, 11. Januar 2008

„Tante Emily, du MUSST dir unbedingt meinen neuen Turm angucken!“ Lena zupft, nein, zerrt entschieden an meinem Bein, um mich von der Teufelskiste namens Computer und dem hochinteressanten Zeitfresser Internet weg zu locken. Zum Glück überzeugen Kinderaugen wesentlich mehr als ein viereckiger Kasten, und zum Glück weiß ich auch um die Dringlichkeit, neugebaute Türme zu begutachten. Doch, halt: „Das ist ja Pumuckl“, bemerkt Lena ganz richtig nach einem flüchtigen Blick auf meinen Bildschirm. „Wieso hast du denn da Pumuckl?“

Nun, die Erklärung mutet schon für Erwachsene seltsam an: Die Frau, die sich Pumuckls Geschichte ausgedacht hat, und die Frau, die Pumuckl sein Gesicht, seine Füße, sein gelbes Shirt und seine grüne Hose, kurz, die Frau, die ihm sein Äußeres gegeben hat, haben sich gestritten. Und zwar so schlimm, dass nun Richter entscheiden mussten.

Es ging nämlich darum, ob Pumuckl eine Freundin haben darf oder nicht. Frau Kaut, die Pumuckl erfunden hat, war dagegen, die Zeichnerin Frau von Johnson war dafür. Frau Kaut meint nämlich, ihr Pumuckl sei und bleibe – sozusagen – ein Kind, deswegen würde er nie auf die Idee kommen, an eine Freundin zu denken. Zumindest so ungefähr.

Nun ja. Und wie sag ich’s der Lena? „Naaa jaaaaaa, in diesem Artikel geht es darum, ob der Pumuckl ein Freundin haben darf oder nicht.“ Uff. Und was wird Lena jetzt sagen? „Häääh? Wieso? Pippi ist doch auch mit Tommy befreundet und nicht nur mit Annika.“ „Ja. Aber es geht auch darum, ob der Pumuckl heiraten darf oder nicht.“ „Natürlich darf der heiraten. Ist doch ein Kobold. Oder ist das gegen das Koboldgesetz?“ „Ich glaube nicht“, schmunzelte ich und lenkte Lenas Aufmerksamkeit geschickt wieder auf ihren Turm.

Ich persönlich finde die Vorstellung ja ein wenig komisch, dass Pumuckl eine Ehefrau an seiner Seite haben soll. Aber mir kam ja schon der Film Pumuckl und der blaue Klabauter ein wenig spanisch vor, so ganz ohne Meister Eder.