Bisher blieben wir noch verschont. Doch vor zwei Wochen war es dann „endlich“ soweit. Vier Tage vor dem fünften – und ihm Übrigen von ihm heißersehnten – Geburtstag, bekam mein Sohn Scharlach. Seine erste Kinderkrankheit! Es war mir klar, dass es uns auch irgendwann einmal treffen würde. Aber musste es unbedingt der Geburtstag sein?!
Mein kleiner Schatz tat mir gleich in zweifacher Hinsicht leid: Einerseits, weil er krank war und es ihm wirklich nicht gut ging. Andererseits, weil wir die große Kindergeburtstagsparty erst einmal bis auf Weiteres verschieben mussten.
Nach dem Besuch bei unserer Kinderärztin hatten wir die Gewissheit: Es ist Scharlach. Gleichzeitig signalisierte ein Schnelltest aber auch, dass sich unsere zehn Monate alte Tochter noch nicht angesteckt hatte. Nun hieß es, strategisch an die Sache heran zu gehen. Eigentlich wäre ein Antibiotikum nicht zwingend nötig gewesen, um die Krankheit zu überstehen. Die Gabe eines Antibiotikums kommt für mich nur infrage, wenn es gar nicht anders geht. Da unsere Tochter aber bisher verschont war, entschieden wir uns für die „schnelle“ Lösung. Also für das Antibiotikum und damit hoffentlich auch gegen eine Ansteckung der kleinen Schwester. Denn, so sagte mir die Ärztin, mit dem Antibiotikum sei mein Sohn innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden nicht mehr ansteckend.
Meine beiden Kinder lieben sich wirklich sehr. Es ist mir kaum möglich, die beiden ganze 24 oder gar 48 Stunden getrennt voneinander zu halten. Trotz großer Liebe hat sich mein Sohn aber strikt an das kleine-Schwester-Küssverbot gehalten. Nun können wir aufatmen. Die Kleine ist bisher von Scharlach verschont geblieben. Der große Bruder hat alles super überstanden.
Trotzdem plagt mich ein wenig das schlechte Gewissen. Wäre mein Sohn das einzige Kind, hätte ich auf das Antibiotikum verzichtet. Als Präventionsmaßnahme für seine kleine Schwester, habe ich es ihm verabreicht. Irgendwie ist das schon ein wenig ungerecht ….
Finden Sie es auch ungerecht? Und geht es Ihnen auch so, dass die Großen, obwohl Sie es eigentlich gar nicht beabsichtigen, zurückstecken müssen. Beschleicht Sie dabei manchmal ein schlechtes Gewissen?
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