Archiv für die Kategorie ‘Persönliches’

Manchmal kommt alles ganz anders

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Für mich war klar: „Auch mein zweites Kind wird gestillt!“ Egal, welch abenteuerliche Odyssee ich mit meinem Erstgeborenen hinsichtlich des Stillens hinter mir hatte. Zuerst lief damals die Milch nicht richtig, dann hat mein kleiner Liebling die Brust als Dauernuckel entdeckt. So saß ich manchmal, es war ja mein erstes Kind und ich konnte ihm einfach nichts abschlagen, eine Dreiviertelstunde bis Stunde mit dem kleinen Wonneproppen an meiner Brust da. An entspanntes Stillen unterwegs war unter diesen Umständen gar nicht zu denken. Trotzdem habe ich diese intensive Zeit mit meinem kleinen Sohn genossen. Als ich dann nach einem halben Jahr den Schlussstrich unter das Stillen gezogen habe, ist mir doch die eine oder andere Träne über die Wange gerollt. Der Übergang vom Stillen zur Flasche lief ohne Komplikationen, und zwar von heute auf morgen. Der Kleine bekam von seinem Papa das erste Mal die Flasche, und hat sie sofort in sein Herz geschlossen. Mamas Brust war von nun an vergessen.

Mit meiner Tochter, meinem zweiten Kind, kam dann alles ganz anders. Auch sie habe ich gleich nach der Geburt an die Brust gelegt, und oh Wunder, das Stillen klappte von Anfang an. Ob es an einer gewissen Routine lag, oder einfach daran, dass ich entspannter an die Sache ran ging? Ich weiß es nicht, aber es war alles relativ unkompliziert. Sieht man einmal davon ab, dass meine Tochter eines der neugierigsten Wesen auf diesem Planeten ist und sie bei jedem kleinen Geräusch ihr Köpfchen in die Richtung des Geräuschverursachers drehen muss.

Mein persönliches Abstilldatum habe ich mir wieder nach sechs Monaten gelegt. Nun ja, das war mein Plan. Den Plan meiner Tochter habe ich dabei nicht mit einkalkuliert. Heute ist die Kleine knapp neun Monate und an Abstillen ist nicht zu denken. Meine kleine Prinzessin verweigert die Flasche. Ich möchte fast sagen, sie hat eine regelrechte Aversion dagegen. Am liebsten kuschelt sie an Mamas Brust, um dort nach einer kleinen Mahlzeit einzuschlafen. Tja, manchmal kommt eben alles anders als man denkt …

Wie klappt das Stillen bei Ihnen? Alles ganz unkompliziert oder eben doch eine Philosophie für sich?

Kurt Bouda/pixelio.de

Kurt Bouda/pixelio.de

Das Handy-Dilemma

Samstag, 03. Mai 2008

Ich gestehe: Die Erfindung des „Handys“ war mir immer schon sehr suspekt. Immer erreichbar sein? Wild tippend unzählige SMS verschicken, in einer Geheimsprache, die für mich ein Buch mit sieben Siegeln ist? Und nicht zuletzt: Eine klingelnde, vibrierende Tasche?

Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass auch ich seit mehreren Jahren im Besitz eines Handys bin. Es ist eben manchmal doch sehr praktisch, unterwegs erreichbar zu sein. Zum Beispiel, wenn man sich im Park zu einem Picknick verabredet hat, sich aber partout nicht findet, weil man an den entgegengesetzten Enden aufeinander wartet.

Und dennoch: Die klingelnde, vibrierende Tasche ist von jeher ein unlösbares Problem für mich. Wo steckt es nur, das verflixte Ding, neben Pflegelippenstift, Taschentüchern, Notizblock, Schlüssel, Kalender … Hat man’s dann endlich gefunden und will eben rangehen – hört es auf zu klingeln, der Anrufer ist dann meist auch „Unbekannt“. Beseitigen lässt sich das Dilemma nicht. Wie sieht denn das aus, ein Handy am Rock befestigt? Oder gar in der – meist gar nicht vorhandenen – Blusentasche verstaut? Aber vielleicht lassen sich ja mal Handy- oder Taschenhersteller dazu etwas einfallen – man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

 

Foto: pixelio.de

Alle Jahre wieder

Freitag, 21. Dezember 2007

Es ist schon komisch mit dieser Weihnachtszeit. Überall hört man, sie sei besinnlich, diese Zeit, oder: Sie sollte es wenigstens sein. Ich kenne allerdings niemanden, bei dem das so ist – mich eingeschlossen. Da sind Kekse zu backen, Weihnachtsschmuck zu basteln und Geschenke zu besorgen. Und wie jedes Jahr löste sich auch 2007 der Vorsatz, die Geschenkfrage frühzeitig zu erledigen, im Kleinkram des Alltags auf. Es war ja noch Zeit, nicht wahr?

Ja. Zeit, bis ich erschreckt feststellte: Es ist ja schon der 5. Dezember! Und natürlich gehen noch ein paar Tage ins Land, bis auch die richtige Geschenkidee für jeden meiner Lieben gefunden ist. Dann kommt das Schlimmste: Ich musste mich ins Weihnachtsgetümmel stürzen. Um wie jedes Jahr festzustellen, dass sich das Fest der Liebe scheinbar außerhalb der einschlägigen Einkaufszentren abspielt. Überall genervte Gesichter – bestenfalls -, Gedrängel und Geschubse. Diese Atmosphäre scheint mir eine Art Eigendynamik zu haben, denn auch bei mir ziehen sich die Mundwinkel nach kurzer Zeit unwillkürlich nach unten.

Doch in diesem Jahr passierte etwas Ungewöhnliches: Eine junge Frau, mit allerlei Tüten vollgepackt, ein Kinderwagen vor sich herschiebend und ein Mädchen im besten Trotzalter an der Hand, ging lächelnd durch den Laden, beugte sich zu ihrer Tochter, sprach kurz beruhigend auf sie ein und lächelte demonstrativ jeden an, der ihren Weg kreuzte. Und ich konnte gar nicht anders: Ich lächelte zurück und fühlte mich sogleich mindestens 20 Jahre jünger. Was so ein Lächeln nicht alles bewirken kann … Jetzt kann das Weihnachtsfest kommen.