Archiv für die Kategorie ‘Schule’

Gewalt und Zivilcourage

Dienstag, 11. März 2008

An Christophs Schule sind gerade Projekttage. Thema: Gewalt (an Schulen). An Schulen deswegen in Klammern, weil Gewalt ja auch anderswo ein Thema ist, wie mir mein Großneffe fachkundig auseinandersetzte. Christoph ist in der Gruppe, die sich mit Zivilcourage befasst. „Und wie kann ich mir das vorstellen?“, frage ich, neugierig, wie ich nun einmal bin. „Na ja“, meint Christoph, „an unserer Schule gab es in letzter Zeit einige Schlägereien, und geholfen hat da niemand. Das liegt wohl daran, dass viele einfach denken, dass halt jemand anders helfen soll. Und mit diesem Projekt wollen wir halt die Schüler ein bisschen aufrütteln und zeigen, dass Gewalt nichts Normales sein soll.“

„Aber vielleicht haben die Schüler ja auch Angst, selbst was auf die Mütze zu kriegen“, werfe ich ein und mache mir schon Sorgen, dass mein Großneffe seine Zivilcourage mit einem blauen Auge bezahlen muss. „Nein“, meint Christoph, „es soll ja auch niemand dazwischen gehen, das ist ja ganz schön gefährlich. Aber laut rufen, dass sie aufhören sollen, das hilft manchmal schon. Oder eben die Lehrer holen.“

Diese kleine Unterhaltung hat mich nachdenklich zurückgelassen. Schlimm genug, dass es Schlägereien an Schulen gibt, sollen sich da die Unbeteiligten auch noch in Gefahr bringen? Andererseits: Schweigen hat so etwas von Tolerierung, und schon wird Gewalt nach kurzer Zeit als normal angesehen. Wie kann man diesem Dilemma entgehen? Hat meine werte Leserschaft eine Idee? Ich bin auf Ihre Anregungen gespannt.

Hausaufgaben überflüssig?

Samstag, 02. Februar 2008

Eine Studie ergab: Hausaufgaben sind überflüssig, wie hier nachzulesen ist. Sie können Noten nicht verbessern – egal, ob man sie unter der Bettdecke oder gesittet am Schreibtisch erledigt. Ich war sehr erstaunt, als ich davon las. Dachte ich doch immer, die Aufgaben helfen, den Unterrichtsstoff zu vertiefen, wie es so schön heißt. Außerdem hat doch jeder Schüler mehr oder weniger oft das Problem, etwas im Unterricht nicht verstanden zu haben. Zu Hause, in Ruhe und mit intensivem Nachdenken löst sich so manche Unklarheit im Nichts auf, jedenfalls konnte ich das häufiger bei Lena und Christoph beobachten. Und dann gibt es ja auch noch Vokabeln, Gedichte oder Geschichtsdaten. Wie soll man die denn auswendig lernen, wenn nicht als Hausaufgabe zu Hause?

Die Seite Lehrerfreund steht mir in meinen Zweifeln zur Seite – was ja nicht ganz überraschend ist. Dort heißt es, so wirklich ernst zu nehmen sei die Studie nicht, weil es sich eigentlich um eine Umfrage handele, die subjektives Empfinden von Schülern und Lehrern widerspiegelt. Ein neuartiges Ganztagsschulen-Konzept könne Hausaufgaben aber tatsächlich überflüssig machen.

Ich glaube, bei Verständnisproblemen mag das ja sein. Wenn Schüler bei bestimmten Mathe-Aufgaben oder grammatikalischen Problemen auf dem sprichwörtlichen Schlauch stehen, können Hilfestellungen von pädagogisch geschulten Lehrern bestimmt mehr helfen, als stundenlanges Kopfzermartern zu Hause oder Erklärungsversuche von Eltern.

Aber Vokabeln und Geschichtsdaten muss man nun einmal auswendig lernen, und so etwas konnte ich immer am besten zu Hause in Ruhe. Doch vielleicht bin ich in der Richtung auch etwas altmodisch …