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Kinder und Internet: Was Eltern beachten sollten

Mittwoch, 23. Juli 2008

Eifrige Leser werden es wissen: Ich bin absolut begeistert von den Möglichkeiten des Internets. Sich über Gesetze informieren, neue Rezeptideen sammeln oder Menschen kennen lernen in den zahlreichen Communities, Chatrooms, Foren, Newsgroups und Blogs – die Vielfalt ist beeindruckend.

 

Doch das Netz hat auch seine Tücken: Man vergisst allzu leicht, dass jeder die Äußerungen, Fotos, etc. nachlesen und -sehen kann, die man im Internet hinterlässt. Kinder können noch schwieriger einschätzen, wer ihnen im Internet böse gesinnt sein könnte und welche Daten sie besser nicht preisgeben. Demgegenüber stehen Eltern, die sich oft selbst im Internet nicht zu Hause fühlen und die vor der neuen Technik resignieren.

Dabei ist es wichtig, sich mit dem Thema Internet verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen: 80 Prozent aller Nutzer von Onlineportalen spähen Leute aus. Auch Menschen mit kriminellen Absichten oder Pädophile nutzen solche Seiten, um Kontakte herzustellen. Es könnte aber auch sein, dass der potenzielle Arbeitgeber die Bilder entdeckt, denn große Unternehmen schauen sich durchaus die Profile auf StudiVZ an. Dazu kommt, dass die Spuren im Netz, die jeder Nutzer hinterlässt, für den Laien oft schwer zu beseitigen sind.

Die Initiative „SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen.“ gibt Eltern Tipps, wie sie ihre Kinder für den Umgang mit dem Internet sensibilisieren können:

 

1. Bildauswahl gemeinsam treffen
Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern eine Vorauswahl treffen. Es ist möglich, einerseits das Bedürfnis der Kinder zu befriedigen, mit den Motiven etwas über sich zu erzählen, andererseits auch die Sicherheit der Kinder zu wahren. Im Allgemeinen gilt: Je undeutlicher eine Person zu erkennen ist, desto besser. Mit Hut und Sonnenbrille, von weitem oder von der Seite sind Personen oft nicht klar zu identifizieren. Bilder vom Urlaubsort, von Tieren und der Landschaft können dagegen bedenkenlos eingestellt werden.

2. Persönliche Angaben vermeiden
Schöne Fotos werden auch gerne kommentiert. Doch auch bei Bildunterschriften gibt es gewisse Regeln zu beachten. Eltern sollten ihre Kinder unbedingt darauf hinweisen, dass es tabu ist, im Internet Vor- und Nachnamen, Wohnort oder gar Anschrift und Telefonnummern anzugeben.

3. Medien gemeinsam entdecken
Eltern sollten das Bedürfnis ihrer Kinder, sich in sozialen Netzwerken auszutauschen, ernst nehmen und sich damit auseinander setzen. Beispielsweise können Familien die Fotos gemeinsam am Computer bearbeiten oder ein gemeinsames Familienfotoalbum einrichten. So hat man z.B. bei Anbietern kostenloser Mailadressen die Möglichkeit, Fotos hochzuladen und diese passwortgeschützt Freunden zugänglich zu machen. Das macht Spaß und schafft Nähe und Vertrauen. Aber auch hierbei gilt generell zu bedenken: Das Internet „vergisst“ nichts.

4. Persönlichkeitsschutz Dritter gewährleisten
Sind auf den Fotos Geschwister, Freunde oder Urlaubsbekannte abgebildet, müssen diese um Erlaubnis gefragt werden. Sind sie einverstanden, kann das Foto im Netz veröffentlicht werden.

5. Kinder sensibilisieren
Nur wenn Kinder auch verstehen, warum sie gewisse Regeln im Umgang mit dem Internet beachten sollen, werden sie diese auch akzeptieren und sind bereit, diese einzuhalten. Weitere Informationen zum Thema Kinder im Netz gibt die Initiative SCHAU HIN! Eltern und Erziehenden in den aktuellen Infoflyern und im Medienratgeber für Eltern. In den kostenlosen Broschüren erhalten Eltern leicht verständlich aufbereitet Anregungen und konkrete Tipps zu den Themen Fernseher, Internet, Computer und Handy sowie Hinweise an welche Stellen sie sich bei tiefergehenden Fragen wenden können. Zudem können sich Eltern unter der Service-Hotline (030) 4000 599 59 sowie auf der Webseite www.schau-hin.info informieren.

SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Arcor, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. „SCHAU HIN!“ informiert Eltern, insbesondere mit Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren, über die Angebote moderner Medien, wie Fernsehen, Internet, Mobilfunk und Computerspiele, und gibt Hilfestellung für den kindgerechten Umgang mit Medien.