Weihnachtsmann oder Christkind?

26. Oktober 2009

Es ist Oktober, gerade fallen die bunten Blätter von den Bäumen. Aber irgendwie steht Weihnachten schon wieder vor der Tür. Und mit der schönen Weihnachtszeit stehe ich vor einem klitzekleinen Problem, das mich mittlerweile das zweite Mal heimsucht. Wer legt eigentlich am 24. Dezember die Geschenke unter den Christbaum? Gut, für meinen Mann und mich ist es klar. Es sind wir beide. Aber unser vierjähriger Sohn weiß, dass das Christkind die Geschenke am Weihnachtsabend vorbeibringt. Unsere Familie feiert Weihnachten mit dem Christkind. Das Christkind bringt die Geschenke am 24. Dezember und legt sie unter den geschmückten Christbaum. Mit einem Glöckchenklingeln zeigt es uns, dass es auch in diesem Jahr an uns gedacht hat.

Soweit so gut. Aber in diversen Weihnachtskinderbüchern ist es eben nicht das Christkind, sondern der Weihnachtsmann, der mit seinem Schlitten vorbeisaust und die Geschenke ablädt. Auch innerhalb der Familie hat sich der Weihnachtsmann mittlerweile als Geschenkeverantwortlicher ein wenig in den Vordergrund geschoben. Da fallen dann Sätze wie: „Das bringt dir der Weihnachtsmann,“ oder „Was wünscht du dir denn vom Weihnachtsmann?“ Die Verwirrung bei meinem Sohn ist groß. Wer ist es denn nun, der Weihnachtsmann, das Christkind oder vielleicht schon der Osterhase?

Bei uns jedenfalls ist der Weihnachtsmann ein Nikolaus und der kommt in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember vorbei. Wer einen frischgeputzten Stiefel vor die Türe stellt kann sicher sein, dass der Nikolaus auch eine Überraschung hineinlegt.

An wen schreibt Ihr Kind den Wunschzettel? An den Weihnachtsmann oder das Christkind? Oder ist es ganz klar, dass Mama, Papa und die Großeltern die Geschenke kaufen?

wave111/pixelio.de

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Ein echter Unsympath!

11. Oktober 2009

Geht es Ihnen auch so? Hat Ihr Sprössling einen Freund oder Freundin, die Sie selbst einfach nicht leiden können. Ein Kind, das Sie so richtig unsympathisch finden? Also mir geht es so. Und ich hab ein richtig schlechtes Gewissen dabei. Ich weiß gar nicht, warum ich das Kind nicht leiden kann. Man will ja eigentlich ganz neutral sein und sich in die Kameradschaften der Kinder nicht einmischen. Noch dazu, wenn die Freunde gut erzogen und sonst auch nicht irgendwie auffällig sind. Das Kind kann gar nichts dafür, dass ich es nicht leiden kann.

Aber trotzdem. Da ist irgendwas an diesem kleinen Menschen, das in mein Schema nicht reinpasst. Ist es das Altkluge? Ist es das Outfit? Oh Gott, bin ich oberflächlich! Oder ist es einfach nur die Nasenspitze? Es könnte aber auch sein, dass mich der kleine Mann ungemein an seine Mama erinnert, und ehrlich gesagt, die liegt überhaupt nicht auf meiner Wellenlänge.

Ist es legitim, dass ich den Freund meines Sohnes einfach nicht ausstehen kann und muss ich deswegen wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Im Erwachsenenleben gibt es ja auch eine Spezies Mensch, die man aus dem ein oder anderen oberflächlichen Grund nicht so sympathisch findet. Darf ich diese Gefühle auch gegen Kinder haben?

Aber eigentlich spielt mein Empfinden sowieso keine Rolle. Denn mein Sohn findet seinen Freund vollkommen in Ordnung und die beiden verstehen sich prima. Und so soll es ja auch sein.

Hat Ihr Kind auch einen Freund, den Sie einfach nicht ausstehen können? Und was sagt Ihr Gewissen dazu?

Terrorfreie Kinderwelt

01. Oktober 2009

“Mama, was ist ein Terroranschlag?” trifft mich die Frage meines vierjährigen Sohnes eines morgens wie ein Blitz auf der Fahrt zum Kindergarten. Ich versuche eine richtige und trotzdem altersgerechte Antwort zu finden. Die Frage, die ich mir allerdings im selben Moment stelle ist: „Woher kennt mein Sohn das Wort Terroranschlag?“ Ganz schnell wird es mir klar. Gerade eben habe ich die Radionachrichten gehört. Und zu den täglichen Nachrichten gehören für uns Erwachsene fast schon wie selbstverständlich Meldungen von Bombenanschlägen, Terror, Selbstmordattentaten und Amokläufen.

Ich bin passionierter Radiohörer. Aber ganz unterschwellig werden dabei meine Kinder bei jeder Autofahrt mit fürchterlichen Geschehnissen des täglichen Lebens berieselt. Seit jenem Morgen drehe ich, sobald die Nachrichten kommen, das Radio leise. Auch meine tägliche Zeitungslektüre verlege ich auf den Abend, wenn die Kinder im Bett sind. Dann kann ich mir sicher sein, dass sich eine Frage wie: „Was machen die Männer mit den großen Pistolen und vermummten Gesichtern da in der schmutzigen Baustelle?“, so schnell nicht wiederholt. Es gibt einfach Themen im Leben, die sind für kleine Kinderohren tabu.

Schlimm genug, dass es auf diesem Planeten Terror gibt. Schlimmer noch, dass es Kinder gibt, die inmitten dieser Terrorgebiete aufwachsen müssen und zu deren Tagesalltag der Krieg zählt. Wenn ich schon das Glück habe, an einem relativ friedlichen Ort zu leben, versuche ich mit aller Kraft jegliche Gewaltberieselung aus der Welt meiner Kinder zu verbannen.

Wie sieht es bei Ihrer Autofahrt aus? Hören die Kinder unzensiert mit und wird jedes Thema offen am Küchentisch diskutiert?

 Foto: Franz Mairinger/pixelio.de

Foto: Franz Mairinger/pixelio.de

Sag niemals nie!

16. September 2009

Damals, ja damals. Damals war alles anders. Aber seitdem wir Kinder haben, hat sich unser Leben im Handumdrehen und vollkommen verändert. Irgendwie kann man sich das vor den Kindern gar nicht vorstellen. Plötzlich ist alles anders. Mit steigender Zahl der Familienmitglieder ändern sich alle anderen Dinge im Leben exponential.

Damals waren mein Mann und ich noch alleine. Da galt mein Leitspruch: Niemals ein neues Haus, vielleicht auch noch in einem Neubaugebiet. Nein, niemals! Stadt oder wenigstens Kleinstadt mit guter Anbindung. Nein, das brauche ich nicht. Ich will viel Grün und nur Grün … Wir haben uns ein schnuckeliges altes Häuschen im Grünen gesucht und sind aufs Dorf gezogen. Ganz abgeschieden und sehr romantisch am Waldesrand. Eine echte Ruheoase, als Gegenpol zum täglichen Joballtag. Uns waren die Nachbarn egal, auch die Fahrstrecke zu unseren Arbeitsplätzen spielte eine nebensächliche Rolle. Zwischendurch gab es eine fetzige Party mit vielen Freunden im abschüssigen Gelände des waldigen Gartens. Wir waren eben zu zweit und mussten uns um nichts anderes als um uns kümmern.

Und heute mit zwei kleinen Kindern sieht die Welt ganz anders aus. Die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert. Wir kümmern uns weniger um unsere Bedürfnisse als vielmehr um die Bedürfnisse der lieben Kleinen. Nun leben wir in einem Dörfchen und um uns herum leben zwar sehr nette, aber eben ältere Herrschaften. Kein Kind weit und breit, mit dem unser Sohn mal schnell spielen kann. Jeden Nachmittag bedeutet das für mich, den kleinen Mann zu einem Freund zu fahren, oder ein Freund wird zu uns gebracht. Umständlich, zeitraubend, aber eben nicht anders machbar.

Wir haben einen riesigen Garten, eigentlich ein Traum. Allerdings für Kinder nicht bespielbar, da extremste Hanglage. An Fußballspielen ist hier nicht zu denken. Das Aufstellen eines Planschbeckens oder gar Trampolins ist völlig undenkbar.

Und unser geliebter Waldrand birgt so manch andere „Qualität“, deren Ausmaß ich mir zu Beginn nicht ausmalen konnte. Waldrand ist Zeckenland – und das im Hochrisikogebiet. Bei uns gibt es keinen Gartenbesuch, ohne spätere intensive Zeckenkontrolle, bei der man fünf bis acht Zecken am Körper zu Tage fördert. Das macht keinen Spaß und für ausgelassene Kinder schon gar nicht.

Ich sehne mich heute nach einem spießigen Neubaugebiet in einer Kleinstadt und nach einem Haus, das nach meinen Vorstellungen gebaut wird. Nach einem kleinen Garten, wo ich meine Kinder einfach nur unbeschwert spielen lassen kann. Und nach einer Straße vor dem Haus, wo es viele Kinder gibt.

Deshalb heißt es heute: Auf zu neuen Ufern und ab in ein Neubaugebiet. Ich freu mich drauf!

Wie sieht es bei Ihnen aus? Mussten Sie ebenfalls Ihr ganzes Leben mit den Kindern umkrempeln und haben viele Ihrer ehemaligen Vorsätze über den Haufen geworfen?

Angelina Ströbel/pixelio.de

Angelina Ströbel/pixelio.de

Oma und Opa sei Dank!

25. August 2009
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Dirk Schelpe/pixelio.de

Es hatte schon was für sich – damals. Als drei, manchmal sogar vier Generationen unter einem Dach oder zumindest in einem Dorf oder einer Stadt wohnten. Leihomas oder -opas, Kitas oder Tagesmütter waren gänzlich unbekannt, da eben gar nicht nötig. Unsere Familie könnte ohne die beiden Omas, die trotz Berufstätigkeit immer zwischendrin Zeit für ihre Enkel finden, gar nicht funktionieren.

Obwohl die Omas 20 Kilometer entfernt wohnen, düsen sie mal eben schnell vorbei, wenn ich noch was arbeiten muss und die Kinder unterhalten werden wollen. Die sonst von allen so geliebten sechswöchigen Sommerferien arten bei mir in echte Stresswochen aus. Der Kindergarten hat vier Wochen geschlossen, die meisten Freunde meines Sohnes sind im Urlaub. Mein Mann bekommt in den Sommerferien nicht frei, da er kein schulpflichtiges Kind hat und die Kollegen dadurch Vorrang. Und nun stehe ich da, mit einem Job aus dem Homeoffice, einem Baby und einem Vierjährigen. Wenn da die Omas nicht aktiv werden würden, hätte ich ein richtiges Problem.

Wunderbar, wenn Großeltern von heute noch fit sind, um mit den Enkeln eine kleine Sause zu veranstalten. Da macht man Dinge, auf die die Eltern gar nicht kommen würden. Und das macht so richtig Spaß. Auch so mancher Erziehungsgrundsatz, mit denen mein Mann und ich erzogen wurden, wird einfach über den Haufen geworfen. Bei Oma darf man fast alles, was man zu Hause nie darf. Da gibt es mal Schokolade vor dem Abendessen und kurz nach dem Frühstück ein Eis. Wenn der Enkel an einem Spielwarenladen vorbeiläuft, wird schon mal schnell das gekauft, was das Herz des kleinen Lieblings erfreut – unabhängig von der Sinnhaftigkeit des Spielkrams. Wenn genug gequengelt wird, dann darf man auch mal fernsehen oder mit Oma durchs Internet brausen.

Omas und Opas sind einfach unersetzlich. Die Frage ist nur, ob es sinnvoll ist auch alle drei Generationen unter einem Dach – vielleicht ja in einem Generationenhaus zu vereinen? Schief geht es auf jeden Fall, wenn die Beteiligten ihre Grenzen nicht kennen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Können Sie sich glücklich schätzen und sich über den Luxus in Form von Oma und Opa vor Ort erfreuen?

Lesen Sie mehr zum Thema Großeltern und Best Ager unter www.magazin-rubin.de

Kühner Spagat zwischen Job und Familie

13. August 2009
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Supermamas! Überall lächeln sie mir auf Hochglanz-magazinen entgegen. Ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr sehen und auch nicht mehr ernst nehmen. Heidi Klum und Angelina Jolie freuen sich auf ein Kind nach dem anderen. Und egal wie viele Kinder die sogenannten Supermamas haben, sie sehen immer noch entspannt und rosig aus. Zwischen einer Staffel “Germany’s next Topmodel”, einem McDonalds Werbedreh und einer Victoria Secret Fashion Show bekommt Heidi ihr viertes Baby und lächelt froh in einem fort. Wie macht die das nur? Insgeheim frage ich mich, wie viele Klum-Klone es eigentlich gibt?

Unsereins hat mit zwei Kindern schon ganz schön was zu stemmen. Nicht jeder Morgen beginnt rosig, vom Teint ganz zu schweigen. Sicherlich, Klum und Co haben eine hilfsbereite Angestelltenarmada, die sich um Haushalt, Fahrdienste, Einkauf und was sonst noch so alles ansteht kümmert. Aber trotzdem, auch Heidis Tag hat nur 24 Stunden.

Für mich ist die Vereinbarung von Job und Familie ein echter
Balanceakt, der oft auf ziemlich wackeligen Beinen steht. Nun habe ich aber das Glück zu 90 Prozent von zu Hause aus arbeiten zu können. Wie machen das die anderen Mamas, die den ganzen Tag außer Haus müssen, um die Brötchen zu verdienen?

Ich will nicht meckern. Denn ich habe es mir so ausgesucht. Meine Kinder und meine Familie sind mein Leben, aber der Job ist mir auch wichtig. Trotzdem beschleicht mich das ein oder andere Mal ein schlechtes Gewissen. Vor allem dann, wenn ich meinen Sohn wieder einmal in den Ferienkindergarten bringe, weil ich noch ein wichtiges Projekt abschließen muss. Irgendwie kommt immer etwas zu kurz. Entweder die Kinder, das Arbeitsprojekt oder einfach ich. Der Spagat zwischen Job und Familie ist eine sportliche Angelegenheit. Aber eben auch eine Herausforderung, die ich nicht missen möchte.

Wie meistern Sie Job und Familie? Beschleicht Sie auch das ein oder andere Mal ein schlechtes Gewissen, weil Sie nicht genug Zeit für Ihre Kinder haben?

Anfassen erlaubt?

28. Juli 2009
creativ collection

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Babys sind niedlich, sind einfach zum Knutschen und Knuddeln. Knutschen und knuddeln, aber bitte gerne. Allerdings gilt für meine Kinder und im speziellen Fall für meine viermonatige Tochter: nur im engsten Familienkreis.

Vielleicht bin ich ein wenig empfindlich in Bezug auf das “öffentliche Kuscheln” mit meinem Baby. Aber, dass Hinz und Kunz für sich beanspruchen, ihre – wenigstens – sauberen Finger ins Gesicht meiner kleinen Tochter strecken zu müssen, erhält von mir eine klare Absage.

Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde. Ich wünsche mir eine kinderfreundliche Gesellschaft und ich glaube, wir sind auf dem besten Weg dorthin. Ich finde es toll, dass es viele Menschen gibt, die, kaum taucht man mit einem Baby oder Kleinkind auf, sofort nachfragen, was es denn sei. Und einfach eine nette Kommunikation mit dem Kind beginnen. Das ist wirklich schön. Aber da gibt es noch eine Spezies Mensch, die alles mit den Fingern erkunden und erproben muss. Im schlimmsten Fall hat dann ein wildfremder Mensch seine Finger im Gesicht meiner Tochter und streichelt zart aber bestimmt über ihre Wange. Oder hält ihr Händchen verbunden mit dem Satz “Ja bist du aber schon groß”. Und nach dem kleinen Plausch, wandert das Händchen meiner Tochter dann geradewegs in ihren kleinen Babymund. Mit allem, was der liebe Kommunikationspartner an Händen trug. Abhärtung schön und gut, aber doch nicht so.

Gerade in Zeiten von “Neuer Grippe”, ständigen Rotavirenangriffen und einem ewig währenden Magen-Darm-Virus-Wechselspiel. Wir haben das bereits hinter uns. Ein drei Wochen alter Säugling mit einem Magen-Darm-Virus ist kein Zuckerschlecken. Vielleicht bin ich deshalb diesbezüglich ein wenig sensibler. Dass ich mit meiner Einstellung bei manchen Menschen auf wenig Verständnis stoße, zeigt mir die Antwort einer Verwandten. Nach einem handgreiflichen “Tutzitutzi-Angriff” während eines Festes, bat ich den “Angreifer” ganz freundlich darum, die Finger aus dem Gesicht meiner Tochter zu lassen. Der “Tutzitutzi-Angreifer” verstand und akzeptierte meine Bitte ohne Umschweife. Die Verwandte allerdings meinte, dass ich, wenn ich mit meiner kleinen Tochter schon solche Feste besuchen würde, diese Attacken akzeptieren müsse, oder einfach zu Hause bleiben. Da blieb mir erst mal die Luft weg.

Wie stehen Sie zur Knuddelfreiheit der Öffentlichkeit mit Ihrem Baby? Oder bleiben Sie lieber im stillen Kämmerlein, um damit nicht konfrontiert zu werden?

Bella Italia – mille grazie!

19. Juli 2009
creativ collection

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Als mein Mann und ich noch so ganz alleine, in trauter Zweisamkeit durch die Welt marschierten, konnte es sich keiner von uns richtig vorstellen, an der überfüllten italienischen Adriaküste zu verweilen. Vielleicht auch noch in den Urlaubshochburgen Rimini, Jesolo oder Bibione, um sich dort die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Aber mit Kindern hat sich zum Glück unser eingeschränkter Horizont ein wenig erweitert, und was noch viel besser ist: Wir wurden eines Besseren belehrt. Die italienische Adriaküste hat wirklich was für sich – vor allem mit Kindern.

Wir waren in Lignano. Nicht im Zentrum, dafür in einer wunderbaren Anlage, knapp zwei Kilometer vom Strand entfernt. Mit superschönem Pool, hervorragendem Essen und einem zum Relaxen bestens geeigneten Spa-Bereich für die Erwachsenen.

“Familienfreundlich” hieß es im Internet. Bisher habe ich dieses geflügelte Wort mit vielen, wie wild gewordenen und grölenden Kindern jeder Altersklasse verbunden. Und ehrlich gesagt bevorzuge ich eher einen entspannten und ruhigen Urlaub – und das auch mit Kindern. Deshalb hatte ich bei der Anreise ein ungutes Gefühl. Aber, auch hier hat sich in meinem Weltbild doch so einiges verändert.

Nach zehn Tagen italienischer Adriaküste ist unser Leben bereichert durch viele liebenswerte kleine und große Menschen aus der Schweiz, Österreich, Italien, Belgien sowie Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland. Ein nettes Potpourri also von ganz lieben Menschen. Unser vierjähriger Sohn hat viele neue Freunde gewonnen. Und auch wir Erwachsenen haben uns prächtig verstanden. Es war ein Ort zum Wohlfühlen, Entspannen und Spaß haben zugleich – und das für Groß und Klein.

Und noch etwas ist passiert. Kaum ist man mit Kindern verreist, entwickeln sich diese sprunghaft weiter. Ist es auf die Luftveränderung, das ausgezeichnete mediterrane Essen, die italienische Sonne oder einfach nur auf das eigene ausgelassene Gefühl während des Urlaubs zurückzuführen? Was es auch immer ist. Es war einfach wunderbar. Und es hat bei unserem Sohn dazu geführt, dass er ein echter Italienfan geworden ist und sich an der heimischen Wursttheke für ein geschenktes Stückchen Gelbwurst mit “mille grazie!” bedankt.

Haben Sie auch so positive Urlaubserfahrungen gemacht und nette Menschen kennengelernt? Oder lief bei Ihnen alles anders?